Herzensmenschen

Herzensmenschen

Es war einmal … ein Angestellter des Finanzamtes mit Namen Albrecht, der vor gut dreißig Jahren beruflich zu einem Prozess in die schöne Pfalz reisen durfte. (Manchmal hat man eben Glück. Es hätte ja auch Castrop-Rauxel sein können). Das strittige Thema: „Müssen Prostituierte auf ihre Einnahmen Steuern zahlen?“ Da in der Nähe des Finanzgerichtes in Neustadt an der Weinstraße keine Zimmer mehr frei waren, wurde Albrecht in unserem kleinen Dörfchen Weyher einquartiert.

Verzaubert von der Dorfidylle, schäumte er sich unter der Dusche am frühen Morgen gerade die Haare ein, als plötzlich ein Wasserrohrbruch rüde den ländlichen Charme und die Wasserzufuhr unterbrach. Notgedrungen rubbelte er sich den schaumigen Kopf trocken, wusch sich die Shampooreste im Finanzgericht selbst noch aus den Haaren, ging zum amtlichen Termin, und als er dort gewann, kehrte er hochgemut ins Dorf zurück, auf der Suche nach einem guten Wein, mit dem er den schwierig begonnenen aber erfolgreich abgeschlossenen Tag ein wenig feiern konnte.

Es war ein bedeckter Tag, doch da brach ein Sonnenstrahl durch die Wolken und erleuchtete das Schild vom Gutsausschank im Weingut Graf von Weyher. (Gott weiß eben doch, was er tut). Albrecht probierte die Weine in der Strohstube und war begeistert. Und wie es so oft bei einem guten Gläschen Wein geschieht: Er lernte Menschen kennen, mit denen er sich auf Anhieb gut verstand (wir wissen allerdings nicht, in welchem Stadium des Abends er verraten hat, dass er beim Finanzamt arbeitet). Das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft…

… und seitdem treffen sich die neu gefundenen Freunde jedes Jahr in Weyher wieder, immer für eine ganze Woche. Über die Jahre kamen Nachbarn und weitere Freunde dazu, zu Spitzenzeiten 14 Personen, heute noch sechs (drei Paare). Schnell fand sich auch ein Name für die Truppe: „Die Saufbrüder“ (das mit dem Gendern war damals noch kein Thema, dabei waren die Saufschwestern auch schnell mit von der Partie).

Foto: Die Saufbrüder in unserem Gutsausschank 2026

Beim jährlichen Treffen wird einem festen Ritual gefolgt: Jeden Abend wird bei uns im Weingut eingekehrt und dem Namen alle Ehre gemacht. Das Traditionsgetränk zum Anfang und zum Schluss des Pfalzurlaubs ist unser Spätburgunder Rotsekt trocken. Wer jetzt stutzt, kennt sich gut aus: Ja, dies sind besondere Fläschchen, die nicht mehr regulär auf unserer Weinkarte stehen, aber immer im Kühlschrank bereit sind, wenn die Saufbrüder kommen!

Hier könnt ihr den Spätburgunder Rotsekt entdecken.

Dann wird aus vollem Herzen gesungen. Ihr habt richtig gelesen. Und zwar nicht irgendein Lied, sondern eine Hymne, die beim Spaziergang durch die Weinberge selbst gedichtet wurde. Dies ist die erste Strophe:

„Lustig, lustig

Schwestern & Brüder

legt alle Arbeit nieder

und trinkt ein Glas vom Weyherer Wein!

Und warum?

Denn unser Orden

der ist verdorben,

fast alle Saufbrüder sind verstorben

Es lebe keiner mehr als du und ich.“ {…}

Unser Seniorchef Otmar trällert die Hymne mittlerweile mit allen Strophen mit. Wir enthalten Euch den Rest des selbst geschriebenen Lieds jedoch vor, da es nicht ganz jugendfrei ist ;-).

Die Lieblingsweine der Saufbrüder sind übrigens unser Chardonnay trocken, der Weißburgunder halbtrocken und der Dornfelder mild – und weil der Genuss einmal im Jahr nicht reicht, wird immer so viel eingekauft, dass das Auto bis zum Anschlag mit Wein gefüllt wird. Auch der Platz im Fußraum wird benötigt, sodass die Armen auf dem Rücksitz während der ganzen Rückfahrt die Knie in Höhe der Ohren haben. Aber man muss halt Prioritäten setzen: Genuss ist wichtiger als Bequemlichkeit!

Aus Fremden wurden Freunde, und wir freuen uns jedes Jahr auf die Saufbrüder, auf ihr Lachen, ihren Gesang, und ihre philosophischen Betrachtungen. Heute ist das älteste Mitglied der Gruppe (Hans) 91 Jahre alt und feiert zusammen mit seinen Saufbrüdern das Leben mit einem guten Gläschen Weyherer Wein: Carpe diem, memento mori!

Es sind Menschen wie Albrecht und seine Saufbrüder, die mit dem Herzen unserer Arbeit verwoben sind und dafür sorgen, dass wir unser Leben lieben. Wenn auch Ihr ein Teil davon sein möchtet, dann kommt vorbei: Unser Gutsausschank hat geöffnet! Der goldene Herbst hat uns dieses Jahr mit Sonne verwöhnt, aber auch wenn es in den nächsten Tagen kalt wird, ist es in unserer beheizten Strohstube und dem alten Weinkeller kuschelig, gemütlich und genussvoll.

Wer Hunger hat, kann das philippinisch geküsste Hühnchen (mariniert mit Ananas und Chili) probieren. Das ist dieses Jahr der absolute Bestseller von Kristine’s Lamesa Catering. Dazu passt übrigens wunderbar ein Weißburgunder halbtrocken, denn die dezente Süße pendelt sich ideal mit der leichten Chili-Schärfe aus.

Bunte Herbstblätter, Pilze und Kastanien schenkt uns der Wald jetzt zu dieser Jahreszeit. Dazu passend haben wir ein buntes Herbstangebot entwickelt, von Premium-weiß bis zum Genuss-Rosé. Diese Fläschchen sind dabei:

• Buntsandstein Riesling trocken

• Riesling Kabinett

• Weißburgunder halbtrocken

• Blanc de Noir

• G.punkt Rosé trocken

• Spätburgunder trocken

• Merlot trocken

Nur für kure Zeit!

Hier geht’s zum Herbstpaket 6+1

In diesem Sinne – genießt das Leben, genießt den bunten Herbst, und plant gleich heute noch ein Treffen mit den Lieblingsmenschen, mit denen Ihr gern ein gutes Gläschen Wein zusammen genießt.

Eure von lieb gewonnenen Menschen umgebenen Grafen

P.S. Und wenn Euch die Frage jetzt schon seit dem ersten Absatz umtreibt: Ja, natürlich müssen auch Prostituierte als Gewerbetreibende Steuern zahlen. Weitere Details fragt Ihr am besten Albrecht, wenn Ihr ihn bei uns im Gutsausschank trefft.

 


1 comment


  • Albrecht und Ingrid

    Lieber Jürgen und liebe Grafen, wir wissen seit Jahrzehnten, ihr macht Guten Wein, nun wissen wir auch, wer eure Herzensmenschen sind.
    Lieber Jürgen, der Artikel ist dir sehr gut gelungen und spricht uns aus dem Herzen. Super toll und auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.
    Herzliche Grüße
    Albrecht und Ingrid


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