Weinwissen
Seid Ihr schon einmal über einen roten Teppich gelaufen? Wir Winzer sind sonst ja eher in Gummistiefeln unterwegs, aber diese Woche hat sich Senior-Chef Otmar in Schale geworfen, um in Berlin die höchste Auszeichnung der deutschen Weinwelt entgegenzunehmen: Den Bundesehrenpreis, komplett mit Medaille und großer Urkunde!
Die feierliche Übergabe fand im Spreespeicher in Berlin in Gegenwart gleich zweier Königlicher Hoheiten, der Deutschen Weinkönigin Paula Löber und der Pfälzischen Weinkönigin Emely Mugler, statt.
Doch was ist der Bundesehrenpreis denn überhaupt?
Herzlich willkommen in unserem Gutsausschank! Lehnen Sie sich zurück, lassen Sie sich in unserem gemütlichen Weinkeller, der rustikalen Scheune oder dem sonnigen Winzergarten einen leckeren Tropfen durch die Kehle rinnen und genießen Sie Tradition gepaart mit internationaler Inspiration.
Von dem bewegten Leben unserer Oma Rosa Maria haben wir dir schon einmal hier erzählt. Trotz ihrer mittlerweile stolzen neunzig Jahre nimmt sie immer noch regen Anteil an der Ernte. Doch da sie nicht mehr so gut laufen kann, drehen wir den Spieß mittlerweile um – nicht die Oma geht in den Weinberg, sondern der Weinberg geht zur Oma. Natürlich nicht in Gänze ;-)!
Statt dessen pflücken...
Wir schreiben den 25. August 2026, es ist 06.15 Uhr, und unsere Ernte des Weinjahrgangs 2026 hat soeben begonnen. Dies ist die früheste Ernte seit den Ursprüngen unseres Weinguts (1788) überhaupt. Wer sagt, dass es den Klimawandel nicht gibt, hat offensichtlich nichts mit der Natur zu tun, sondern sitzt nur im Büro oder verschließt wild entschlossen die Augen, wenn er doch mal vor die Tür muss.
ABER...
Es ist wieder soweit – die Weinreben blühen, die Luft ist schwanger mit Blütenstaub, es duftet und leuchtet weiß und selbst in den langen Sommernächten schimmern die Weinberge in ihrer Pracht im Mondlicht. Dies ist unser Lieblingsmonat im Weingut, trotz Pollenallergie und richtig viel Arbeit.
Denn jetzt geht es richtig rund! Der Countdown hat begonnen, denn ab Blütebeginn bleiben noch genau 100 Tage bis zur Ernte. Dieses Jahr 2026 blieb uns die Zitterpartie erspart – durch den kalten Frühling haben die Knospen sich nicht zu früh entfaltet und sind unbeschadet durch die Spätfröste und die “Kalte Sophie” Anfang Mai gekommen, die uns dieses Jahr ja wirklich noch mal eiskalt erwischt hat. Doch die Knospen haben noch ihre Wollmäntel angehabt und konnten so mit erhobenem Kinn dem Wetter trotzen.
Nun ist es warm & hell, herrlich! Wir arbeiten mit Mensch & Maschine im Weinberg, stecken die Laubwände hoch und ja, beginnen auch schon punktuell und vorsichtig mit der ersten Bekämpfung von Schädlingen, insbesondere dem Mehltau, unserem Erzfeind. Dazu mal ein paar Hintergrundinformationen: