Weinwissen
Es ist wieder soweit – die Weinreben blühen, die Luft ist schwanger mit Blütenstaub, es duftet und leuchtet weiß und selbst in den langen Sommernächten schimmern die Weinberge in ihrer Pracht im Mondlicht. Dies ist unser Lieblingsmonat im Weingut, trotz Pollenallergie und richtig viel Arbeit.
Denn jetzt geht es richtig rund! Der Countdown hat begonnen, denn ab Blütebeginn bleiben noch genau 100 Tage bis zur Ernte. Dieses Jahr 2026 blieb uns die Zitterpartie erspart – durch den kalten Frühling haben die Knospen sich nicht zu früh entfaltet und sind unbeschadet durch die Spätfröste und die “Kalte Sophie” Anfang Mai gekommen, die uns dieses Jahr ja wirklich noch mal eiskalt erwischt hat. Doch die Knospen haben noch ihre Wollmäntel angehabt und konnten so mit erhobenem Kinn dem Wetter trotzen.
Nun ist es warm & hell, herrlich! Wir arbeiten mit Mensch & Maschine im Weinberg, stecken die Laubwände hoch und ja, beginnen auch schon punktuell und vorsichtig mit der ersten Bekämpfung von Schädlingen, insbesondere dem Mehltau, unserem Erzfeind. Dazu mal ein paar Hintergrundinformationen:
Das Rascheln der lichtgrünen Blätter, eine leichte Brise im Gesicht, der Duft nach Erde und Harz, der federnde Boden unter den Füßen, ein vorbeihuschendes Reh … all das macht einen Spaziergang im Wald zu einem magischen Erlebnis. Das Herz weitet sich und lästige Kleinigkeiten werden wieder auf den Status reduziert, den sie innehaben sollten: Ganz unten auf der Liste der wichtigen Dinge im Leben.
Und natürlich gehört zu einem perfekten Wanderausflug auch ein Picknick! Wir sind direkt neben einigen der schönsten Wanderrouten Deutschlands aufgewachsen und ...
Einer der beliebtesten Weine der Welt wuchs ursprünglich wild und unkultiviert im Südwesten Frankreichs bzw. dem Loire Tal – und so kam er zu seinem Namen – denn „sauvage“ heißt „wild“ auf Französisch.
Unsere persönliche Geschichte mit dem „wilden Weißen“ begann mit dem Jahrgang 2012 … denn zu diesem Zeitpunkt kauften wir die Weinberge eines anderen Weingutes hier in Weyher auf und kamen so wie die Jungfrau zum Kinde zum Sauvignon blanc. Das war schon eine spannende Sache, denn den Riesling kennen wir ja seit 1788, doch der Sauvignon blanc war komplett neues Terrain für uns. Wie sollten wir also mit diesem neuen und unbekannten Baby am besten umgehen?
Wusstet Ihr, dass unser Gehirn sich schlechte Nachrichten viel besser merkt als freudige Ereignisse? Dieser Effekt ist als Negativitätsverzerrung (Negativity Bias) bekannt. Wenn man an die Evolution zurückdenkt, ist das durchaus verständlich – denn wer sich nicht schnell genug einprägt, dass ein hungriger Säbelzahntiger keine gute Nachricht ist, hat kaum noch Gelegenheit, über die Schönheit des Lebens zu philosophieren. So weit, so nachvollziehbar.*
Doch leider hat dies zur Folge, dass schlechte Nachrichten sich besser verkaufen - und ergo liegt der Schwerpunkt jeglicher Berichterstattung auf den negativen Nachrichten. Das sorgt dafür, dass man sich die Tagesschau nur ansehen kann, wenn man gerade seelisch stabil ist ...
Habt Ihr schon einmal von einer „Bucket-List“ gehört? Das ist ein englischer Begriff, der auf die Redensart „to kick the bucket“ zurückgeht. Wörtlich heißt das „gegen den Eimer treten“. Tatsächlich ist es aber eine saloppe Art, vom Tod zu sprechen. Man munkelt, dass es auf die Wildwest-Methode des Hängens zurückgeht – sprich jemand tritt den Eimer unter dir weg, während du mit einer straffen Schlinge um den Hals unter dem Baum stehst. Schluck. Da ist unsere deutsche Übersetzung „den Löffel abgeben“ schon ein wenig sanfter.
Die Bucket-List jedenfalls, oder besser gesagt, die „Löffelliste“ listet all die Dinge auf, die du noch tun möchtest, bevor es soweit ist. Es ist durchaus schlau, eine Löffel-Liste zu haben … doch das alleine reicht nicht. Du musst sie auch abarbeiten!
Und wir sind ganz, ganz, ganz sicher, dass unter euch einige sind, die „Besuch des Weyherer Wein Panoramas“ auf ihrer Löffelliste haben (sei es nun in Gedanken oder tatsächlich auf dem Papier). Und wir finden, dass es Zeit ist, die schönen Pläne des Lebens in die Tat umzusetzen! Jetzt. Nicht morgen. Nicht nächstes Jahr.