Weinwissen aus der Pfalz – Terroir, Rebsorten & nachhaltiger Weinbau

Was macht einen großen Riesling aus? Wie prägen Granit, Kalkmergel, Buntsandstein und Schiefer den Charakter eines Weins? Und warum sind PiWi-Rebsorten wie Cabernet blanc die Zukunft des nachhaltigen Weinbaus?
In unserem Weinwissen nehmen wir euch mit in die Welt von Terroir, Klima, Böden, Rebsorten und Pfälzer Weinkultur – direkt aus dem Familienweingut seit 1788. Gleichzeitig lassen wir euch mit einem Augenzwinkern und Pfälzer Charme hinter die Kulissen unseres Weinguts blicken. Viel Spaß bei unserem WeinGeplauder!

Weinwissen

Foto: die ersten Träubchen des Jahrgangs 2026

Wir schreiben den 25. August 2026, es ist 06.15 Uhr, und unsere Ernte des Weinjahrgangs 2026 hat soeben begonnen. Dies ist die früheste Ernte seit den Ursprüngen unseres Weinguts (1788) überhaupt. Wer sagt, dass es den Klimawandel nicht gibt, hat offensichtlich nichts mit der Natur zu tun, sondern sitzt nur im Büro oder verschließt wild entschlossen die Augen, wenn er doch mal vor die Tür muss.

ABER...

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Foto: Magische Stunden im Weinberg: Rebblüte 2026

Es ist wieder soweit – die Weinreben blühen, die Luft ist schwanger mit Blütenstaub, es duftet und leuchtet weiß und selbst in den langen Sommernächten schimmern die Weinberge in ihrer Pracht im Mondlicht. Dies ist unser Lieblingsmonat im Weingut, trotz Pollenallergie und richtig viel Arbeit.

Denn jetzt geht es richtig rund! Der Countdown hat begonnen, denn ab Blütebeginn bleiben noch genau 100 Tage bis zur Ernte. Dieses Jahr 2026 blieb uns die Zitterpartie erspart – durch den kalten Frühling haben die Knospen sich nicht zu früh entfaltet und sind unbeschadet durch die Spätfröste und die “Kalte Sophie” Anfang Mai gekommen, die uns dieses Jahr ja wirklich noch mal eiskalt erwischt hat. Doch die Knospen haben noch ihre Wollmäntel angehabt und konnten so mit erhobenem Kinn dem Wetter trotzen.

Nun ist es warm & hell, herrlich! Wir arbeiten mit Mensch & Maschine im Weinberg, stecken die Laubwände hoch und ja, beginnen auch schon punktuell und vorsichtig mit der ersten Bekämpfung von Schädlingen, insbesondere dem Mehltau, unserem Erzfeind. Dazu mal ein paar Hintergrundinformationen:

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Foto: Aussichtspunkt- und Picknickplatz am Paragliding-Startplatz oberhalb vom Schweizer Haus Pfalz

Das Rascheln der lichtgrünen Blätter, eine leichte Brise im Gesicht, der Duft nach Erde und Harz, der federnde Boden unter den Füßen, ein vorbeihuschendes Reh … all das macht einen Spaziergang im Wald zu einem magischen Erlebnis. Das Herz weitet sich und lästige Kleinigkeiten werden wieder auf den Status reduziert, den sie innehaben sollten: Ganz unten auf der Liste der wichtigen Dinge im Leben.

Und natürlich gehört zu einem perfekten Wanderausflug auch ein Picknick! Wir sind direkt neben einigen der schönsten Wanderrouten Deutschlands aufgewachsen und ...

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Foto: Sauvignon Blanc Weinberge in Blenheim, Marlborough, Neuseeland aus dem eigenen Archiv

Einer der beliebtesten Weine der Welt wuchs ursprünglich wild und unkultiviert im Südwesten Frankreichs bzw. dem Loire Tal – und so kam er zu seinem Namen – denn „sauvage“ heißt „wild“ auf Französisch.

Unsere persönliche Geschichte mit dem „wilden Weißen“ begann mit dem Jahrgang 2012 … denn zu diesem Zeitpunkt kauften wir die Weinberge eines anderen Weingutes hier in Weyher auf und kamen so wie die Jungfrau zum Kinde zum Sauvignon blanc. Das war schon eine spannende Sache, denn den Riesling kennen wir ja seit 1788, doch der Sauvignon blanc war komplett neues Terrain für uns. Wie sollten wir also mit diesem neuen und unbekannten Baby am besten umgehen?

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Foto: Weyherer Wein Panorama 2026 am Stand vom Weingut Graf von Weyher. Fotocredit Richard Zinken

Wusstet Ihr, dass unser Gehirn sich schlechte Nachrichten viel besser merkt als freudige Ereignisse? Dieser Effekt ist als Negativitätsverzerrung (Negativity Bias) bekannt. Wenn man an die Evolution zurückdenkt, ist das durchaus verständlich – denn wer sich nicht schnell genug einprägt, dass ein hungriger Säbelzahntiger keine gute Nachricht ist, hat kaum noch Gelegenheit, über die Schönheit des Lebens zu philosophieren. So weit, so nachvollziehbar.*

Doch leider hat dies zur Folge, dass schlechte Nachrichten sich besser verkaufen - und ergo liegt der Schwerpunkt jeglicher Berichterstattung auf den negativen Nachrichten. Das sorgt dafür, dass man sich die Tagesschau nur ansehen kann, wenn man gerade seelisch stabil ist ...

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