Weinwissen
Einer der beliebtesten Weine der Welt wuchs ursprünglich wild und unkultiviert im Südwesten Frankreichs bzw. dem Loire Tal – und so kam er zu seinem Namen – denn „sauvage“ heißt „wild“ auf Französisch.
Unsere persönliche Geschichte mit dem „wilden Weißen“ begann mit dem Jahrgang 2012 … denn zu diesem Zeitpunkt kauften wir die Weinberge eines anderen Weingutes hier in Weyher auf und kamen so wie die Jungfrau zum Kinde zum Sauvignon blanc. Das war schon eine spannende Sache, denn den Riesling kennen wir ja seit 1788, doch der Sauvignon blanc war komplett neues Terrain für uns. Wie sollten wir also mit diesem neuen und unbekannten Baby am besten umgehen?
Habt Ihr schon einmal von einer „Bucket-List“ gehört? Das ist ein englischer Begriff, der auf die Redensart „to kick the bucket“ zurückgeht. Wörtlich heißt das „gegen den Eimer treten“. Tatsächlich ist es aber eine saloppe Art, vom Tod zu sprechen. Man munkelt, dass es auf die Wildwest-Methode des Hängens zurückgeht – sprich jemand tritt den Eimer unter dir weg, während du mit einer straffen Schlinge um den Hals unter dem Baum stehst. Schluck. Da ist unsere deutsche Übersetzung „den Löffel abgeben“ schon ein wenig sanfter.
Die Bucket-List jedenfalls, oder besser gesagt, die „Löffelliste“ listet all die Dinge auf, die du noch tun möchtest, bevor es soweit ist. Es ist durchaus schlau, eine Löffel-Liste zu haben … doch das alleine reicht nicht. Du musst sie auch abarbeiten!
Und wir sind ganz, ganz, ganz sicher, dass unter euch einige sind, die „Besuch des Weyherer Wein Panoramas“ auf ihrer Löffelliste haben (sei es nun in Gedanken oder tatsächlich auf dem Papier). Und wir finden, dass es Zeit ist, die schönen Pläne des Lebens in die Tat umzusetzen! Jetzt. Nicht morgen. Nicht nächstes Jahr.
Es gibt Ecken in Deutschland, da regnet es ständig. Na gut, das ist übertrieben. Aber wenn es überhaupt im Umland regnet, dann garantiert dort. Und manchmal sieht man das sogar (besonders schön auf einer Landstraße): Wie mit einer Schnur gezogen ist der Teil der Straße hinter einem klatschnass, und der Teil der Straße, der noch kommt, pulvertrocken. Da blickt man erstaunt in den Himmel und fragt sich, wer hier die Wolken abgeschnitten hat. Jedenfalls wenn man neu in der Gegend ist. Wer schon länger dort wohnt, zuckt mit den Schultern und sagt, dass es an dieser Stelle ganz oft so ist.
Früher haben die Menschen die natürlichen Gegebenheiten genau beobachtet und sich dann angepasst:
wenn die ganze Welt nach Blüten duftet, ist man entweder verliebt – oder in Weyher. Denn die Weinblüte hat begonnen! Der zarte Duft hüllt uns ein und verzaubert uns jedes Jahr aufs Neue. Dieses Jahr ist es ein wenig später als sonst – der Jahresanfang war kühl. Doch eigentlich ist das unser »normales« kontinentale Klima … so, wie es vor zwanzig Jahren üblich war.
Doch egal, wann die Blüte beginnt, die Bienen und Hummeln sind begeistert. Jedes Jahr bekommen wir Besuch von einer Königin, die mit einem kleinen Gefolge an Arbeiterbienen und ihrem Bienenstock im Weinberg platziert wird. Die königliche Anreise übernehmen schon seit vielen Jahre gute Freunde, die erfahrene Imker sind. Die Bienen müssen dann nur noch kopfüber in die Blüten fallen, um ihren Nektar zu finden. Ein paradiesisches Leben, fürwahr! Wenn die Bienen vor Tatendrang nur so trotzen, können sie alternativ auch zu den Kastanien fliegen, die unweit von den Weinbergen blühen...
Das neue Jahr beginnt kalt & nass – und wir finden das tatsächlich großartig!
So viel Niederschlag wie in diesem Winter hatten wir seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Boden ist dermaßen stark gesättigt, dass das überschüssige Wasser einfach den Hang hinunterfließt und dabei Schadstoffe und Schädlinge auf natürliche Weise mit sich nimmt. Man könnte sagen, der Boden reinigt sich selbst...
Wer seine Weinvorräte schon für den Februar bereitlegen möchte, kann seine Nase bereits in den verheißungsvollen Jahrgang 2024 stecken. Die ersten zwei Weine sind abgefüllt. Hier geht's zum Angebot....